Frauenstimmen - Geschichten, die bleiben

Eine literarische und performative Veranstaltung mit Mirella Waleczek, Oliwia Hälterlein und Ewelina Kotwa

Eine gemeinsame Veranstaltung von Polki Solidarnie – Przystanek Freiburg / Polnische Frauen Solidarisch e. V. und Kubus³ e.V.

 

14:00–16:00 Uhr | Schreibwerkstatt: Die neugierige Tochter – CÓRKOWOŚĆ

Ein Schreibworkshop von Oliwia Hälterlein & Mirella Waleczek

Wann beginnt und endet eine Tochterschaft? Welche Küchentischsprache, Familiendialekt oder Herkunftssprache(n) wurde bei euch gesprochen oder immer verheimlicht?  Was hast du von deiner Mutter, Großmutter oder Urgroßmutter geerbt – und möchtest du es behalten oder zurückgeben?  Gemeinsam beschäftigen wir uns schreibend mit unserer Tochterschaft, Sprache, Herkunft und Identität.

Sprache: Es wird auf deutsch gesprochen, die Workshopgebenden sprechen und schreiben auch polnisch, aber es darf in allen Sprachen geschrieben werden

Vorkenntnisse: keine. Jede Tochter ist willkommen.

Bitte mitbringen: Gerne Zettel und Stifte, vielleicht auch ein Notizheft.

Anmeldung: polki-freiburg [at] mailo [dot] com

 

18:30–20:30 Uhr |Lesung&Performance / spotkanie

„Frauenstimmen – Geschichten, die bleiben”

Die Autorinnen Mirella Waleczek und Oliwia Hälterlein lesen aus ihren Büchern „Siedem Kobiet. Śląskie opowieści“ (dt. „Sieben Frauen. Schlesische Erzählungen“ / 2027 bei Polente Verlag) und „Wir Töchter“ (poln. „My córki“). Beide Werke verbindet die Frage, wer die Geschichte erzählt, wessen Erfahrungen sichtbar werden und welche Rolle Sprache, Erinnerung und persönliche Erzählungen bei der Identitätsbildung spielen. Gemeinsam sprechen sie über feministisches Schreiben und was es bedeutet über patriarchale Gewalt und weibliches Leben zu schreiben und somit Frauen in Texten eine Stimme zu geben, die sonst nicht gehört werden.

Die Veranstaltung wird von der Tänzerin und Choreographin Ewelina Kotwa performativ ergänzt – zu den vorgetragenen Texten und polnischer Musik erweitert Ewelina Kotwa das Literarische mit ihrer eigene künstlerisch-körperlichen Form. Ein Gespräch über Frauen, Sprache, Herkunft und Identität – über Geschichten, die uns prägen, Erinnerungen, die bleiben, und Stimmen, die gehört werden wollen.

 

Ab 20:30 Uhr | Klubokawiarnia – Przy wspólnym stole(Am gemeinsamen Tisch)

Musik, polnische Snacks und Zeit für Begegnungen und Austausch.

Ort:Kubus³ – Verein für Kunst, Bildung und Schule
Haslacherstraße 43, 79115 Freiburg

Während der Veranstaltung ist im Kubus³ das Kunstprojekt „Historias de Evas“ von Carmen Luna zu besichtigen.

https://historiasdeevas.eu

Die Evas-Bilder von Carmen Luna zeigen Frauen mit unterschiedlichen Geschichten, Identitäten, Charakteren und kulturellen Hintergründen. Sie sind kritisch und kämpferisch, humorvoll, träumerisch und rebellisch – vor allem aber sind sie frei. In ihren vielfältigen Facetten begegnen sie den literarischen Frauenfiguren des Abends und eröffnen einen visuellen Dialog zwischen Kunst und Literatur. Gemeinsam laden sie dazu ein, weibliche Lebenswelten zu entdecken, Perspektiven zu hinterfragen und Geschichten sichtbar zu machen, die bleiben.

Eintritt auf Spendenbasis – Soli-Tickets ab 5 €

Mit freundlicher Unterstützung des Kulturamts der Stadt Freiburg, Referat für Chancengerechtigkeit, Stelle zur Gleichberechtigung der Frau und Sparkasse


Mirella Waleczek ist Autorin und Lehrerin und lebt in Syke bei Bremen. Sie ist ausgebildete Fachkauffrau für Marketing und studierte Germanistin mit dem Schwerpunkt Sprachwissenschaft. Als Feministin beschäftigt sie sich mit der Stellung von Frauen im 21. Jahrhundert, mit Selbstbestimmung und fortbestehenden patriarchalen Machtverhältnissen. Ihre kritische Haltung gegenüber Herrschaft und Ausbeutung prägt auch ihren Blick auf den Umgang mit Tieren: Als Vegetarierin hinterfragt sie den menschlichen Anspruch, über andere Lebewesen nach Belieben verfügen zu dürfen.

In ihrem teilweise autobiografischen Buch „Sieben Frauen. Schlesische Erzählungen“ erzählt sie die Geschichten von sieben Frauen ihrer Familie über einen Zeitraum von nahezu achtzig Jahren. Das ursprünglich auf Deutsch geschriebene Werk erschien zunächst in polnischer Übersetzung von Monika Twardoń unter dem Titel „Siedem kobiet. Śląskie opowieści“ bei der Schlesischen Bibliothek, mit einem Vorwort von Anna Cieplak und Illustrationen von Marta Frej. Die deutsche Ausgabe ist für Herbst 2027 im Polente Verlag vorgesehen.

https://wydawnictwo.bs.katowice.pl/sklep/siedem-kobiet-slaskie-opowiesci/


Ewelina ist Choreografin, Tänzerin und Forscherin (Ph.D. in angewandter Mathematik), die scharfe Rationalität und poetische Sensibilität auf einzigartige Weise verbindet. Sie hat ihr Leben damit verbracht, scheinbar entgegengesetzte Bereiche zu navigieren und zu überbrücken: Körper und Geist, Wissenschaft und Kunst, materiell und spirituell. Ewelina wurde in Polen geboren, lebte ein Jahrzehnt lang in Skandinavien und lebt seit 2014 in Freiburg, Deutschland. Seit 2019 engagiert sie sich aktiv in zwei Tanzgruppen, die sie mitbegründet hat: twOne Company und Silent Cosmonauts Kollektiv, und arbeitet seit 2023 mit der renommierten Gruppe Sisters Hope mit Sitz in Kopenhagen zusammen.

https://tanznetz-freiburg.de/dance-creators-in-freiburg/production/ewelina_kotwa


Oliwia Hälterlein ist Autorin, Dramaturgin, Moderatorin und Kulturwissenschaftlerin. Sie entwickelt performative Schreib- und Leseprojekte, wie 2023 CÓRKOWOŚĆ https://www.oliwiah.de/s-projects-basic , aus dem (gemeinsam mit Andrea Lagos und Dejla Jassim) das Live-Hörspiel „Die Stimmen der Töchter“ entstand. https://www.artik-freiburg.de/2025/08/19/stimmen-der-toechter-ein-live-h....

In ihrem Debütroman „Wir Töchter“ (C.H. Beck) geht es um Tochterschaft, Polen, Frauen bäuerlicher Herkunft, Migration, Mehrsprachigkeit und Feminismus. https://www.chbeck.de/haelterlein-toechter/product/39931273